Mai 24, 2021

5 Tipps, um die “Wackelzahnpubertät” mit deinem Kind zu meistern

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Hast Du schon mal von der Wackelzahnpubertät oder der Krise vor der Einschulung gehört? Das ist - neben der gerade quasi überstandenen Autonomiephase - ein weiterer großer Umbruch im Leben eines Kindes und kann somit auch sehr herausfordernd sein. Tut mir Leid, es wird nicht leichter, aber “Groß werden” ist nun mal nicht leicht! 

Als ich begonnen habe, rund um das Thema „Einschulung“ und die Krise vor der Einschulung zu recherchieren, stieß ich auf zahlreiche Blogbeiträge mit Checklisten. Darin fanden sich...

  • ...Informationen, was das Kind noch braucht,
  • ...Informationen, wann es wirklich schulfähig ist, 
  • ...Pro- und Contra-Listen für die passende Schulform,
  • ...Tipps, wie wir die Kinder darauf vorbereiten, dass sie Hausaufgaben machen müssen,
  • ...Blogbeiträge, wie es den Eltern angesichts der nahenden Einschulung gehen könnte,
  • ...wie Mama und Papa damit zurecht kommen, dass das Kind bald groß ist.

Das mögen alles berechtigte Themen sein, doch trotzdem kam so leise in mir der Gedanke auf:

Wer fragt sich eigentlich, wie es dem Kind mit der nahenden Umstellung geht?

Von überall hört dein Kind, dass bald „der Ernst des Lebens“ beginnt! Wer ist dieser Ernst und warum reden alle von ihm? Viele Kinder freuen sich auf die Schule. Sie wissen, dass sie viel lernen werden. Endlich selber lesen und rechnen können! 

Doch die vielen unbekannten Dinge „drumherum“ machen auch Angst:

Ein neuer Schulweg? Kenne ich schon Kinder? Kommen Freunde aus der Kita / Nachbarschaft mit? Darf ich dann nicht mehr in die Kita? Ich muss dann echt lange stillsitzen?

Diese Ungewissheit deines Kindes äußert sich möglicherweise in starken Stimmungsschwankungen und Wutanfällen. Ich erlebe es in der Kita sehr häufig, dass die eigentlich “Großen”, die in der Kita auch schon ein stück weit Verantwortung für die Jüngeren übernehmen dürfen, plötzlich wieder so viel mehr Orientierung von uns Erwachsenen und ihren Bezugserzieher:innen brauchen.

Diese Stimmungsschwankungen haben einen Namen:

6-Jahres-Krise oder Wackelzahnpubertät

Diese sehr emotional anstrengende Phase des Umbruchs wird häufig die „6-Jahres-Krise“ oder die „Wackelzahnpubertät“ genannt.

Häufige Symptome sind zum Beispiel:

  • Starke Wutanfälle
  • Schnell wechselnde Stimmungen von „himmelhochjauchzend" bis "zu Tode betrübt“
  • Je nach Stimmung wird die Schule herbeigesehnt und abgelehnt
  • Innere Unzufriedenheit, Unwohlsein
  • Zerrissenheit zwischen benötigter Nähe und Zuwendung und „Groß-Sein-Wollen“
  • Gelegentlich auch ein „Rückfall“ in eine Art Baby-Phase

Für alle Eltern ist das natürlich sehr herausfordernd: Eigentlich war doch längst eine gewisse Selbstständigkeit eingetreten und die Kinder “aus dem Gröbsten raus”. Daher fehlt manchmal das Verständnis für z.B. den Rückfall in “babyhaftes” Verhalten. Doch unseren Kindern ist nicht geholfen, wenn sie von uns hören “Du bist doch schon groß!”. Was unsere Sprache bzw. unsere Wortwahl mit unseren Kindern machen kann, liest du hier nach. Diese innere Zerrissenheit und Unsicherheit fordert die Psyche des Kindes sehr heraus. Es entwickelt sich weiter vom Kleinkind zum Schulkind und es werden ganz neue Erwartungen an das Kind herangetragen (“Schließlich kommst du bald in die Schule!”). Dadurch muss sich das Selbstbild des Kindes verändern und anpassen. 

Vielleicht erinnerst Du dich: Wie war es bei dir, als du zum Beispiel einen neuen Job angetreten hast oder als dein Baby geboren wurde: Riesige Umstellungen erfordern Zeit, um verarbeitet zu werden. Und Kinder brauchen zusätzlich noch unseren emotionalen Halt, unser “Aushalten” und müssen von uns emotional “getragen” werden. 

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Wir sind die Leuchttürme, die ihnen stets Orientierung bieten.

Vielleicht fragst du dich, wie lange diese Krise dauert. Auch da habe ich wahrscheinlich keine befriedigende Antwort für dich.

Meist besteht die Wackelzahnpubertät zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr. Allerdings wird sie anschließend von der Vorpubertät (8.-10.Lebensjahr) abgelöst.

Es gibt bisher noch relativ wenig fachliche Literatur zu diesen Krisen, bis dato richtete sich die Forschung eher auf die zwei anderen, großen bekannten Krisen, nämlich die “Trotzphase” und die Pubertät, die ich nicht mehr zu meinem Bereich zähle 😉.

Keine Sorge, du wirst nicht mit deinem Kind von einer Krise in die nächste schlittern und es bleibt nicht für immer total anstrengend. Das Leben und die Entwicklung eines Kindes ist halt im Gesamten ein riesiger “Ablöseprozess” des Kindes von den Eltern. Manche Phasen sind mehr, andere weniger herausfordernd. Nicht jedes Kind durchläuft jede einzelne Phase total intensiv.

Manchen Eltern hilft es einfach, dem Ganzen einen Namen zu geben und zu wissen “Okay, das ist nun die Wackelzahnpubertät” oder auch “Ah, jetzt beginnt dann wohl die Vorpubertät”. 🙂

Wie übersteht man nun diese Phase der "Wackelzahnpubertät"?

Für viele Eltern ist gerade diese Phase besonders anstrengend. Denn die „klassische Trotzphase“, in der man sich noch mantramäßig einreden kann, dass das Kind noch nichts dafür kann, denn die Hirnreife lässt kein anderes Verhalten zu, ist einfach vorbei. Das heißt, hier bedarf es ganz neues Wohlwollen und Verständnis, wenn das Kind sich konträr zu den gewohnten Vereinbarungen verhält und uns „dann auch noch“ angrinst.

5 Tipps, um die 6-Jahres-Krise gemeinsam zu meistern

Folgende Impulse möchte ich dir mit auf den Weg geben, um diese Phase gemeinsam gut zu meistern:

💕 Reflektiere die Situation deines Kindes

Auch wenn du denkst, dein Kind weiß inzwischen ganz genau, „dass es das nicht darf“, „dass es damit provoziert“: Behalte bitte die komplexe Gefühlslage inklusive Stimmungsschwankungen im Blick, die dein Kind gerade durchstehen muss.

💕 Bleib kompromissbereit 

Du bist die erwachsene Person. Versuche, deinem Kind in dieser unsicheren Lage voller körperlicher, psychischer und emotionaler Veränderungen Geborgenheit zu geben und bleibe kompromissbereit.

💕 Gebe deinem Kind die notwendige Aufmerksamkeit

Reagiere wohlwollend auf das Werben deines Kindes um Aufmerksamkeit (auch wenn es schwerfällt) und blicke hinter die Fassade, was dein Kind braucht (Trost, Sicherheit, Freiraum?).

💕 Gib Sicherheit

Gib deinem Kind Sicherheit durch liebevolle elterliche Führung durch feste Strukturen, vereinbarte Familienregeln und bleibt im Gespräch darüber.

💕 Bleibt im Gespräch

Biete deinem Kind das Gespräch über die Schule, die Ängste, die Freude und all die anderen vielfältigen Gefühle an.

Wie du siehst, werbe ich dafür, Verständnis für das Kind zu haben. Nichtsdestotrotz sollte es sich natürlich auch an eure Familienregeln halten und es bedarf liebevoller Orientierung von dir, damit das klappt. Aber wichtig finde ich, dass ihr im Gespräch bleibt und dein Kind sich mit seinen komplexen Anforderungen wirklich gesehen fühlt. 

Viel Erfolg! 👍

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

Du bekommst hier und auf meinem Instagram Kanal @deine_familienbande jede Menge wertvolles Knowhow und Impulse für deinen Alltag