September 20, 2021

Konflikte lösen ohne Strafen und Wenn-Dann-Drohungen

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Wutanfälle und Gefühlsstürme, Zusammenbrüche sind im Alter von 1 - 4 Jahren in der sogenannten “Trotzphase” einfach an der Tagesordnung. Es geht dir vielleicht auch so, dass du dann immer mal wieder in eine doofe Schimpf- und Straftirade gerätst, die du eigentlich gar nicht wolltest. “Wenn du jetzt nicht endlich kommst, dann gibt es heute keine Gute Nacht Geschichte!!!” Solche blöden Wenn-Dann-Sätze hat wohl jeder von uns schonmal losgelassen und immer häufiger liest man, dass man das nicht sagen sollte. Doch manchmal ist es die eigene Erschöpfung, Überforderung, die Hilflosigkeit oder die Belastungen des  Alltags, die dazu führen, dass du plötzlich losbrüllst. Und natürlich die fehlenden Alternativen, denn die Frage ist ja: Wie gehe ich dann damit um?

Das erfährst du in dieser Folge

  • Wieso nutzt du immer wieder “Wenn-Dann”-Drohungen?
  • Wieso sind die eigentlich blöd?
  • Wir können wir anders mit Konflikten mit unserem Kind umgehen

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In meinem Live-Workshop "Konsequent sein - ohne zu schimpfen" gehe ich der Frage auf den Grund, wie du liebevoll konsequent sein kannst, ohne auf Strafen und Drohungen zu setzen.

Inhalt

  • Eltern-Sein ist einfach total krass. Und übrigens fällt das Wissen übers Elternsein nicht vom Himmel. Man hatte früher einfach mehr Vorbilder und mehr Menschen aus der Familie näher um sich herum, die bei der Kinderbetreuung mit einbezogen waren. Jetzt sind viele Familien häufig zu zweit “allein” zuständig. Das führt häufig dazu, dass man als Eltern eines Kleinkindes ziemlich oft ziemlich krass an seine Grenzen kommt. 
  • Wutanfälle und Gefühlsstürme, Zusammenbrüche sind im Alter von 1 - 4 Jahren oder noch länger einfach an der Tagesordnung. Es geht dir vielleicht auch so, dass du dann immer mal wieder in eine doofe Schimpf- und Straftirade gerätst, die du eigentlich gar nicht wolltest. “Wenn du jetzt nicht endlich kommst, dann gibt es heute keine Gute Nacht Geschichte!!!” Manchmal ist es die eigene Erschöpfung, Überforderung, die Hilflosigkeit oder die Belastungen des  Alltags, die dazu führen, dass du plötzlich losbrüllst. 

So geht es vielen Eltern und auch Fachkräften

  • Ich kenne das auch. Ich weiß noch, wie ich vor ein paar Jahren mal als Teilnehmerin in einer Gruppen-Supervision mit Video-Interaktionsberatung saß.
  • Wir haben uns ein Video angeschaut, in dem eine andere Teilnehmerin ihren kleinen Patienten (sie war Physiotherapeutin) bei einem ziemlich krassen Wutanfall in der Kita begleitet hat. Im Video zu sehen war die Not, die Hilflosigkeit der Fachkraft und des Kindes. Die beiden waren verstrickt in Wut und starken Emotionen, in Schimpfen und “Wenn-Dann”-Formulierungen. Auch Fachkräften geht es manchmal nicht anders. Denn obwohl man es angeblich besser weiß, oder rein theoretisch besser weiß, sind wir halt doch alle Menschen und keine Maschinen! 
  • Es ging um die Frage, wie sie sich alternativ verhalten wollte. 
  • Die Dozentin stellte irgendwann die entscheidende Frage:

“Willst Du denn seinen Willen brechen?”

  • Nein! Natürlich wollte sie das nicht! Eigentlich möchte das doch keiner von uns. Eigentlich wollen wir doch gar nicht unsere Macht spielen lassen, um den Wutanfall zu beenden, doch manchmal passiert es einfach.
  • Doch in dieser Dynamik eines Wutanfalls ist man manchmal gefangen in seiner eigenen Hilflosigkeit. Man will einfach, dass es friedlich ist, dass das Kind aufhört zu schreien und dass man in Ruhe gemeinsam den schönen Ausflug o.ä. genießen kann.
  • Und dann kommen die Strafen, das gegenseitige Anschreien und die Wenn-Dann-Sätze.

Ein kurzer Ausflug, wann “Wenn-Dann”Sätze schwierig sind...

  • Es ist kein Problem, wenn du deinem Kind etwas erklären willst, was logisch oder naturgegeben ist. Wenn das Glas runterfällt, zerbricht es. Oder auch: Wenn du jetzt lieber draußen spielen möchtest, haben wir keine Zeit mehr, um gemeinsam zu lesen. 
  • Hier gibst du deinem Kind im Prinzip die Wahl und die Möglichkeit zur Mitbestimmung und stärkst quasi die Selbstwirksamkeit. Soweit okay, oder? 
  • Kontraproduktiv wird es dann, wenn wir aus eigener Hilflosigkeit und Überforderung versuchen, das Verhalten des Kindes mit Wenn-Dann-Sätzen zu manipulieren und zu beeinflussen: 
  • Wenn du nicht endlich reinkommst, gibt es keine Gute-Nacht-Geschichte mehr!
  • Wenn du nicht kommst, gehe ich ohne dich!
  • Oder noch unspezifischer: Wenn du das noch einmal machst, dann ist aber was los!
  • Gerade beim letzten Beispiel wird es deutlich: Nachtigall, ick hör dir trapsen und mit dir den faden Beigeschmack der Drohung und Manipulation und Bestrafung.
  • Wir nutzen unser Machtgefälle aus und hoffen so auf die Kooperation des Kindes. 
  • Das Gegenteil ist der Fall: Wir zerstören damit die Bereitschaft zur Kooperation und das Verhalten des Kindes ist von Angst und nicht von Vertrauen geprägt. 
  • Und irgendwann wird das Kind wahrscheinlich sagen: Ist mir scheißegal!
  • Zurück zum Beispiel:
  • Durch das Video und die gezielte Frage der Dozentin (Willst du denn seinen Willen brechen?) haben wir alle verstanden, dass es eigentlich um was anderes geht: Die Not des Kindes zu sehen und dass das Kind gerade nicht anders kann. Dass es uns als Erwachsene braucht, um da gut durchzukommen.
  • Doch auch wir Erwachsene brauchen manchmal Unterstützung, um Kinder liebevoll begleiten zu können. In uns ist sehr tief verankert, dass das Kind hier seinen Willen durchsetzen will und bezwungen werden muss.

Der Tyrann existiert nur in unserem Kopf

  • Doch der kleine Tyrann, den wir da angeblich vor uns sehen, der existiert nur in unserem Kopf und in unserem “Bauchgefühl”. Manchmal unterstellen wir Kindern ungerechte Absichten: Unser Bauchgefühl sagt uns, dass das Kind uns extra triezt und provoziert.
  • Dieses trügerische Bauchgefühl setzt sich zusammen aus implizitem Wissen und eigenen und übertragenen Erfahrungen. Beides bringen wir mit aus dem Umgang mit Kindern von Generationen über Generationen von Menschen.
  • Und eine weitere entscheidende Sache kommt hier zum Vorschein: Wenn wir das Gefühl haben, das Kind will uns “bis aufs Blut provozieren”, dann fühlen wir das im Gehirn ganz grob gesagt in dem selben Areal, in dem wir auch körperlichen Schmerz empfinden.
  • Und diesen Schmerz wollen wir natürlich abstellen und empfinden eine Art kurze “Genugtuung”, wenn wir mit Machtausübung reagieren. Doch das ist nicht notwendig und nicht nachhaltig.
  • Das Grundwissen über den Umgang mit Kindern und Babys haben wir zum Beispiel damit erworben, indem mit uns selbst als Kind „umgegangen“ wurde.
  • Auch wenn wir uns nicht immer bildlich erinnern, haben wir ein körperliches Gedächtnis, dass sich erinnert, wie wir als Kind erzogen wurden. Unser Bauchgefühl ist also unbewusstes Wissen, das sich bemerkbar macht, wenn wir selbst ein Kind versorgen möchten.

Folge nicht diesen alten Glaubenssätzen

  • Das Bild vom Kind als unbändiger Tyrann, der uns mit freiem Willen beherrschen will, ist aus unserem kollektiven gesellschaftlichen Gedächtnis heraus entstanden und zu Glaubenssätzen geworden. Vielleicht erinnerst Du dich an meinen Artikel über Glaubenssätze und wie mächtig sie wirken können. Lies hier nochmal nach!

„Es ist ganz natürlich, dass die Seele ihren Willen haben will, […]. Diese ersten zwei Jahre haben unter anderem auch den Vorteil, dass man da Gewalt und Zwang gebrauchen kann. Die Kinder vergessen mit den Jahren alles, was ihnen in der ersten Kindheit begegnet ist.“

Johann Georg Sulzner, 1748

  • Dieses Zitat zeigt nochmal den Grundgedanken schwarzer Pädagogik auf: Den Kindern muss mit Rute und Anschreien der Eigensinn vertrieben werden. 
  • Und dieser Grundgedanke ist - wenn auch abgeschwächt - bei vielen Erwachsenen immer noch verankert. Unsere Urgroßeltern, Großeltern und Eltern wurden als Kind aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, und diese Sicht fühlt sich irgendwie vertraut an. 

Halte inne und schaue wie es deinem Kind wirklich in dem Moment geht

  • Wenn Du also in die Situation gerätst, dein Kind anzuschreien und zu fühlen, dass du deinem Kind irgendwie eine Absicht unterstellst: Mach Dir keine Vorwürfe! 
  • Du bist deswegen kein schlechter Mensch!
  • Es ist wichtig, dass Du beginnst, dieses Denkmuster wahrzunehmen. Nur so kommst du aus den Drohungen und “Wenn-Dann”-Mustern langfristig raus.
  • Wenn Du das nächste Mal bei Dir spürst, dass dein Kind etwas anderes im Sinn hat als Du und du wütend wirst. Horche in dich hinein. Was sagt die innere Stimme? Will dein Kind Dir auf der Nase herumtanzen? Macht er das extra? Will sie nur rumbocken?
  • Halte inne. Warte kurz ab und beobachte, was dein Kind tut. Vertraue mal darauf, dass es eigentlich nichts Böses im Sinn hat.
  • Lass dich auf dieses Experiment ein und lass dich mal überraschen. 
  • Wenn auch Du dich auf den Weg machen möchtest, um Kinder liebevoll in starken Wutanfällen zu begleiten, ohne Drohungen, Strafen und unlogische Konsequenzen, dann melde dich zu meinem Live Workshop am 29. oder 30. September 2021 um 20:30 Uhr an! Hier erfährst Du, wie du konsequent sein kannst, ohne zu bestrafen! 


Ich freue mich auf dich!

Deine Annika

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

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