September 12, 2022

Und, war es schön brav? Was diese Frage über dein Bild vom Kind aussagt

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  • Es gibt ein Wort, das ist ehrlich gesagt ein UNwort für mich.
  • Ich kriege wirklich Pimpanellen, wenn mich jemand fragt, ob mein Kind brav war, ob es schon brav schläft oder ob es immer so brav ist.
  • Es ist eine Bewertung des Kindes,  die den Menschen nicht zusteht.
  • Wieso denken so viele Erwachsene, sie dürften beurteilen, ob jemand sich angepasst verhält oder nicht?!

Das erfährst du in dieser Folge:

  • Was meinen Erwachsene mit der Frage “Warst du brav?!”
  • Welches Bild vom Kind steckt dahinter?
  • Wie kann ich aufhören, das Verhalten meines Kindes in die Kategorie brav oder nicht brav einzusortieren?!

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Inhalt

  • Es gibt ein Wort, das ist ehrlich gesagt ein UNwort für mich.
  • Ihr könnt ja mal raten, während ihr mir zuhört.
  • Ich kriege wirklich Pimpanellen, wenn mich jemand fragt, ob mein Kind piiiiep war.
  • ob es schon piiiiep schläft oder ob es immer pieeep ist.
  • Ich kriege richtig Gänsehaut, denn es ist eine Bewertung meines Kindes und aller anderen Kinder, die so beschrieben werden, die den Menschen nicht zusteht.
  • Na, errätst du es? Genau, es geht ums “brav” sein oder “lieb” sein.
  • Niemand hat zu bewerten oder zu beurteilen, ob ein Kind brav ist, das beziehe ich nicht nur auf mein eigenes Kind, sondern auch auf Kinder, die uns als Fachkraft anvertraut sind.

Ich will in der heutigen Folge mal darauf eingehen,

  • Was meinen Erwachsene mit der Frage “Warst du brav?!”
  • Was hat es mit dem Bild vom Kind auf sich?
  • Wie kann ich aufhören, das Verhalten meines Kindes in die Kategorie brav oder nicht brav einzusortieren?!
  • Ein angepasstes, ruhiges Kind, das wenig Ärger macht, um das man sich nicht viel kümmern muss, das stets unkompliziert ist, das ist für viele ein sogenanntes “braves” Kind.
  • Es ist das bequemere Kind. Das angenehmere, das Kind, um das viele beneidet werden (wollen).
  • Manche Eltern oder Großeltern  benennen das auch genauso: “Wenn du brav bist, dann gibt es….”, “Sei brav, sonst!”
  • Damit verinnerlichen Kinder, dass ihr Verhalten mal richtig und erwünscht und mal falsch und nicht erwünscht ist.
  • Im ersten Moment mag man also denken: Ja, genau, das ist doch das, was wir mit Erziehung erreichen wollen! Negatives Verhalten eliminieren und positives bestärken.
  • Doch das zeugt von einem sehr altmodischen Bild vom Kind.
  • In diesem Bild vom Kind herrscht die Annahme vor, ein Kind tut etwas, um uns zu ärgern, um für uns unbequem zu sein, um berechnend zu erreichen, was es will.
  • Und dieses Bild vom Kind sagt auch aus, dass wir Erwachsenen diejenigen sind, die stets über Recht und Unrecht entscheiden und eh besser wissen, was das Kind braucht und tun soll.
  • Doch das ist eine sehr adultistische Haltung. Adultismus bedeutet, dass ich (unbewusst) davon ausgehe, allein aufgrund meines Alters Recht zu haben und dass ich andere Menschen aufgrund ihres Alters diskriminiere.
  • Wenn ich ein Kind also als “brav” oder “nicht artig” beschreibe, dann bewerte ich sein Verhalten. Ich als erwachsener Mensch entscheide, wie jemand anderes zu sein hat und stelle Erwartungen an diese Person.
  • Das baut ganz schön Druck auf! Denn viele Kinder wissen natürlich, was wir von ihnen erwarten. Sie wissen, welches Verhalten erwünscht und unerwünscht ist, dafür haben die meisten Kinder sehr sensible Antennen.
  • Und Kinder wollen uns, ihren liebsten Bezugspersonen gefallen. Sie wollen unsere Erwartungen erfüllen.
  • Jetzt nochmal zurück zum veralteten Bild vom Kind: Hier stellen wir nämlich fest, dass das heutzutage nicht mehr zusammenpasst: Kinder verhalten sich nicht extra “schlimm”, um uns zu ärgern.
  • Mit ihrem Verhalten verfolgen Kinder ein wichtiges Ziel: Sich selbst ein Bedürfnis zu erfüllen. Sie handeln für sich und nicht gegen uns. Und es kann sein, dass dieses Verlangen nach Bedürfniserfüllung mit einem großen Gefühlssturm einhergeht.
  • Du merkst es vllt schon am Wording: Häufig wird es nicht als Gefühlssturm bezeichnet, sondern als “Trotzanfall”. Doch in dem Wort “Trotzanfall” steckt ja auch wieder die Erwartung, dass das Kind etwas extra macht, um uns Erwachsene rumzukriegen.
  • Doch so berechnend sind Kleinkinder nicht!
  • Sie verdeutlichen mit ihrem Verhalten, dass ein Bedürfnis unerfüllt ist. z.B. das Bedürfnis nach Nahrung, nach Bindung, nach Schlaf, nach Bewegung.
  • Und wieso erlauben sich so viele Erwachsene dieses Verhalten, das der Erfüllung von Grundbedürfnissen dient, als “nicht brav” bzw. sogar als “schlimm” zu bezeichnen?
  • Nur weil es nicht das Verhalten ist, was du erwartet hast? Sind nicht wir Erwachsenen dafür zuständig, so gut es geht, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, dass Bedürfnisse erfüllt werden können bzw. die damit einhergehenden Gefühle zu begleiten?
  • Manchmal ist das schwer auszuhalten. Die Wut, die Trauer, der Frust der Kinder.
  • Und manchmal führt das bei Erwachsenen zu einer Hartherzigkeit. “Jetzt stell dich doch nicht so an, reiß dich mal zusammen. Wenn du jetzt nicht brav bist, gibt es keine Gute Nacht-Geschichte mehr”.
  • Diese Hartherzigkeit kommt meistens aus unserer eigenen Biografie. Denn auf viele von uns wurde ebenfalls nicht so empathisch reagiert, wie wir es eigentlich gebraucht hätten.
  • Ich wünsche mir eine Generation von Kindern, die ohne “Brav sein müssen” aufwächst. Die einfach SEIN kann ohne für Verhalten bewertet zu werden, sondern die in ihren Bedürfnissen gesehen wird. Eine Generation von Menschen, denen nicht von Anfang an berechnendes Verhalten unterstellt wird.
  • Falls es dir gerade schwer fällt, deinen Blick so milde und liebevoll auf dein Kind zu richten, weil es so riesige Gefühlsstürme hat, falls du gerade mit deiner eigenen Hartherzigkeit zu kämpfen hast, dann lass dir gesagt sein: Ich sehe dich in deiner Erschöpfung, deiner Müdigkeit und mit deiner eigenen Biografie, das Kind, das selbst vielleicht auch etwas mehr Empathie gebraucht hätte.

Vom 21. - 25.September 2022 ist mein Gruppencoaching “Kleine Menschen mit großen Gefühlen - Gefühlsstürme gemeinsam meistern” wieder geöffnet. In festen Kleingruppen reflektieren wir deine Herausforderungen in der Elternschaft mit einem wütenden Kleinkind und wir sorgen gemeinsam dafür, dass du wieder liebevoll auf dein Kind schauen kannst und das Verhalten deines Kindes besser verstehst. Wir reflektieren deine eigene elterliche Wut und üben gemeinsam neue Verhaltensstrategien ein. 

Wenn du mehr über das Gruppencoaching erfahren möchtest, dann sei am 21. oder 22. September bei meinem Workshop “Gestärkt nach dem Wutausbruch - wie eure Beziehung dadurch wachsen kann” dabei. Da gibt es einen Input und am Ende beantworte ich alle Fragen zu “Kleine Menschen mit großen Gefühlen”. Die Anmeldung findest du in der Folgenbeschreibung. 

Ich freue mich auf dich! 

Know-Wow

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

Du bekommst hier und auf meinem Instagram Kanal @deine_familienbande jede Menge wertvolles Knowhow und Impulse für deinen Alltag