November 22, 2021

Hilfe, mein Kind malt die Wände an

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Annika, was soll ich bloß tun? Mein Kind malt die Wände an und ich möchte das nicht. Also sage ich “Wenn du nicht aufhörst, die Wand anzumalen, muss ich dir die Stifte wegnehmen”.

Nicht nur eine Nachricht erreichte mich, als ich über die Macht von “Wenn-Dann-Drohungen” gesprochen habe.

Doch was steckt da eigentlich hinter? Wieso malen Kinder so gerne auf Wände und Möbel und wie können wir ihnen das abgewöhnen? Müssen wir das überhaupt abgewöhnen?


Das erfährst du in dieser Folge:

  • Wieso malt dein Kind die Wände an?
  • Wieso ärgert es dich?
  • Wie du deine Perspektive verändern kannst
  • 7 Tipps, um die Situation zu entschärfen

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Inhalt:

  • "Wände anmalen - Das macht man einfach nicht!”. Zimmerwände anmalen ist so ein klassisches Ding für “Das macht man einfach nicht! Das gehört sich nicht!”
  • Die Empörung macht sich breit: Was sollen denn die Leute denken, die zu Besuch kommen?
  • Dass ich mein Kind nicht im Griff habe? Dass es hier unmöglich aussieht?
  • Von Kindern bemalte Wände können aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden..
  • Ein paar davon zeige ich dir jetzt mal auf.

Du möchtest, dass eure Wohnung sauber gehalten wird

  • Du möchtest, dass eure Umgebung sauber gehalten und gepflegt wird, kurz: Dass dein Kind Materialien und Möbel zu schätzen lernt (das würde dem Kind mutwillige Zerstörung, also Vandalismus unterstellen).
  • Oder aber: Kein Problem, denn wenn man auszieht, kann man es einfach neu streichen.
  • Aber es kostet dich Arbeit, Zeit und Geld, die Wände neu zu streichen.
  • Erziehung: Du denkst, du musst doch dein Kind erziehen! Du machst dir Gedanken, was du deinem Kind damit beibringst, wenn es Wände bemalen darf! Macht es das auch woanders? Die Großeltern, Tanten und Onkel oder Freunde sind bestimmt nicht so begeistert über neue Kunstwerke… Wie soll es das unterscheiden können?!
  • Es gefällt dir nicht, es sieht unruhig aus. Andere mögen vllt dieses bunte, chaotische. Aber für dich sieht es unschön aus, es bringt Unruhe hinein, du magst lieber schlichte Wände.
  • Aber wer entscheidet, ob es schön ist oder nicht? Ein Kind selbst bewertet seine Malereien häufig aus dem, was es aus der Umwelt für Feedback bekommt. Wenn wir schon so an die Sache heran gehen “Was ist das denn für ein Krikkelakrak, die Wand ist ja total beschmiert” dann klingt das ziemlich abwertend. Vielleicht hat sich dein Kind Mühe gegeben und wollte dir eine Freude machen?!

Dein Kind möchte etwas Selbstwirksamkeit erfahren

  • Am Tisch malen ist oft sooo unbequem! Sie wollen im Stehen malen und nicht in so einer blöden gebückten Haltung!
  • Etwas auf Augenhöhe gestalten, die Fantasie kommt dabei so richtig in Schwung!
  • Freie Entfaltung und Entwicklung der Kreativität und der Grafomotorik: Großflächige, schwungvolle Bewegungen beim Malen funktionieren besonders gut an so etwas wie einer… Wand, oder einer Staffelei. 
  • Das Bedürfnis Spuren zu hinterlassen, die eigene Umgebung zu gestalten.
    • Ich kann was bewirken und ICH hab das hier gemacht. Selbstwirksamkeit und das Ich-Bewusstsein entwickeln sich in den ersten 2 Lebensjahren.
    • Gib deinem Kind die Möglichkeit, etwas zu bewirken, was nicht unbedingt deinem Ästhetischen Anspruch widerspricht 😉
  • Stifte auf verschiedenen Materialien auszuprobieren ist ultra spannend: Wie sieht dieser Stift auf dieser Tapete aus? Oh und wenn ich ihn an die lackierte Kommode male, kann ich ihn wieder wegwischen...funktioniert das mit der anderen Farbe wohl auch?
  • Manchmal ist es auch so: Das Kind “weiß”, dass du nicht möchtest, dass Wände bemalt werden. Und es macht es trotzdem. Aber wie wir ja alle wissen, macht es das nicht extra, um dich zu ärgern. Doch du hast das Gefühl, dass es bewusst provoziert. 
  • Lass es uns so ausdrücken: Es weiß, dass du das doof findest. Aber irgendwas fand das Kind heute am Tag vielleicht auch doof. Vielleicht ist es gerade seine Art zu sagen, dass es dich braucht. “Mama, Papa, mir gehts nicht gut, ich weiß nicht, wie ich anders auf mich aufmerksam machen soll!”
    • Geh mit deinem Kind in Beziehung und versuche herauszufinden, was los ist oder los war. Wie war der Tag bei euch? Wo hat dein Kind schon überall kooperiert, ohne dass du davon Notiz genommen hast?
  • Wie könntest du nun also damit umgehen, wenn dein Kind die Wand anmalt?


7 Tipps, um die Situation zu entschärfen:

  • Tipp Nr. 1: Schaffe deinem Kind eine Umgebung, in der es selbstwirksam und forschend unterwegs sein kann und Spuren hinterlassen kann!
  • Tipp Nr. 2: Es gibt abwaschbare Tapete, Tafeln, Whiteboards, selbstklebendes Papier, abwaschbare Stifte.
  • Tipp Nr. 3: Oder schaffe einen festen Platz, wo gemalt werden darf: Du kannst mit farbigem Klebeband einen großen Rahmen an die Wand machen und nur an dieser Stelle darf gemalt werden.
  • Tipp Nr. 4: Besorg dir eine große Packung Schmutzradierer, um Unfälle zu beseitigen.
  • Tipp Nr. 5: Nutze Fenstermalfarbe, denn die lässt sich auch leicht beseitigen.
  • Tipp Nr. 6: Es gibt Malseife für die Badewanne, die auch den Forscherdrang des Kindes wunderbar beantworten.
  • Tipp Nr. 7: Vielleicht möchtet ihr auch einen Kompromiss schließen: Dein Zimmer darfst du gestalten, die anderen Zimmer der Wohnung nicht


  • Du siehst, die Lösung liegt nicht darin, deinem Kind das Wand anmalen zu verbieten, sondern die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

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