Januar 31, 2022

5 Tipps, wie dein Kind seine Gefühle kennenlernt und so Wutanfälle seltener werden

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Letzte Woche haben wir ja sehr intensiv darüber gesprochen, warum dein Kind haut, kratzt oder beißt. Weißt du noch? Ich habe gesagt, dass dein Kind einfach noch keine Impulskontrolle hat. Es wird von seinen Gefühlen total überwältigt und lebt diese einfach ganz körperlich aus. Ich weiß, dass es super anstrengend ist, aber unsere Aufgabe ist es als Erwachsene, unserem Kind andere Strategien zu zeigen. Ohne Schuldzuweisung und ohne beleidigt zu sein. Denn das Kind ist in Not, wenn es so von seinen Gefühlen überwältigt wird. Und wir als Erwachsene sind verantwortlich, dem Kind zu helfen, diese Not zu bewältigen und unserem Kind Strategien und Wege aufzuzeigen.

Das erfährst du in dieser Folge:

  • 5 Tipps, wie du dein Kind in seinen Emotionen begleiten kannst
  • Warum die 5 Tipps kein Pauschalrezept sind und was du sonst noch tun kannst!

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Inhalt:

  • Heute gibt es für dich diese knackigen 5 Tipps, die Gedanken und Hintergründe dazu gab es in der Folge letzte Woche!
  • Mit den folgenden 5 Tipps möchte ich Dir nun konkret helfen, gelassener die Emotionen Deines Kindes zu begleiten.
  • Tipp 1: Atme! Schließe kurz die Augen und tritt innerlich einen Schritt zurück!

    • Du kannst Dein Kind aktiv dabei unterstützen, starke Emotionen zu bewältigen. Dafür benötigst Du aber selbst eine innere Ruhe und Kraft, um gelassen auf entsprechende Reaktionen reagieren zu können. Wichtig ist zunächst, dass Du Dir bewusst machst, dass die Wutanfälle und der Trotz einen guten Grund haben und dass Du solche Momente somit nicht persönlich nimmst.
    • Du kannst Deinem Kind helfen, wenn Du mit einer tiefen und beruhigenden Stimme auf Wutanfälle Deines Kindes reagierst. Dies überträgt sich auf Dein Kind und seine körperlichen Reaktionen: „Ich weiß, Du bist wütend. Ich bin für Dich da, wenn Du mich brauchst“.
  • Tipp 2: Gib deinem Kind Worte für die Situation!

    • Benenne die Gefühle deines Kindes und leiste so einen wichtigen Beitrag zur emotionalen Entwicklung. Dadurch lernt dein Kind seine Gefühle kennen und kann sie so besser einordnen. Der Wortschatz erweitert sich und dein Kind erfährt Erleichterung, weil es auf langfristige Sicht besser sagen kann, was los ist: „Du bist traurig, weil wir gehen müssen. Ich verstehe, das findest Du doof.“
  • Tipp 3: Frage dein Kind, wie es sich fühlt.

    • Bei kleineren Kindern ergibt es Sinn, Worte zur Verfügung zu stellen. Doch ältere Kinder, die schon über einen gewissen Wortschatz verfügen, kannst du ruhig fragen. Ganz unter dem Motto “Ich kann nicht wissen, wie es dir gerade geht, darum frage ich”. BIst du vielleicht traurig? Oder eher sauer? 
  • Tipp 4: Sei authentisch, was deine Gefühle angeht.

    • Es hilft deinem Kind nicht, wenn du dein Gesicht zu einem süßen Lächeln verziehst, obwohl du eigentlich gerade die Wände hochgehen könntest. Es wird an der Atmosphäre spüren, dass irgendwas faul ist an der Situation, aber nicht erkennen was.
    • Sei also authentisch in Mimik und Stimme in dem, wie es dir geht! Du kannst ruhig sagen “ich bin gerade sauer, weil das und das passiert ist”.
  • Tipp 5: Boostere das Selbstbewusstsein deines Kindes und lass dein Kind mitentscheiden!

    • Du bist die Person, die den Rahmen festlegt und euch durch den Alltag steuert. Trotzdem ist es sinnvoll, deinem Kind eigene Entscheidungsgewalt zuzugestehen. Überlege Dir, was dein Kind entscheiden darf und gib zwei Dinge zur Auswahl. Du steckst den Rahmen, denn zu viel Auswahl überfordert auch. Trotzdem fühlt dein Kind sich stark, wenn es wirklich etwas entscheiden darf.

Es gibt wie immer kein Pauschalrezept!

  • Ich weiß, dass klingt hier vielleicht alles recht einfach und in der Situation fühlt es sich so verdammt schwer an, selbst die Ruhe zu bewahren.
  • Wichtig ist, dass Du auch überlegst, welche Dinge individuell bei deinem Kind helfen könnten. Wofür interessiert es sich besonders und was hilft ihm, wieder in seine Mitte zu gelangen? Was hat früher schon geholfen, um Dein Kind zu beruhigen?
  • Die Autonomiephase und -entwicklung verläuft sehr individuell und benötigt somit auch einen auf Dein Kind angepassten Umgang. 
  • Wir alle wünschen uns so sehr, dass unser Kind seine überwältigenden Gefühle bald regulieren lernt, denn wir wollen dass diese Wutanfälle und Gefühlsstürme aufhören. Nicht nur, weil das Kind ja auch wirklich leidet und es unheimlich anstrengend ist, sich da so weiterzuentwickeln und diese Entwicklungsaufgabe zu bewältigen, sondern natürlich auch, weil es für uns als Eltern unheimlich anstrengend ist. 
  • Emotionen begleiten ist harte Arbeit!!! Es gibt natürlich noch viel mehr, was du tun kannst. Es gibt tolle Bücher, die sich rund um das Thema Emotionen drehen. Dann lernt ihr vielleicht gemeinsam das Wutmonster kennen und du kannst mit deinem Kind nochmal genauer ins Gespräch gehen, wo es die Wut fühlt oder was das Wutmonster braucht. 
  • Du kannst Gefühle auch mit Gebärden begleiten, das hilft besonders Kindern, die noch nicht mit Sprache kommunizieren.
  • Manchen Kindern hilft es auch z.B. so richtig doll auf einem Klumpen Ton zu kloppen oder mit Hammer und Nagel ein Brett zu bearbeiten. Sucht euch ruhig Dinge raus, die es dem Kind ermöglichen, sich wirklich körperlich auszuleben. In ein Kissen boxen ist ein beliebter Tipp, aber so ein Kissen gibt manchmal nicht genug Widerstand für manche Kinder.
  • Vielleicht hilft es deinem Kind auch, wenn ihr gemeinsam schreit, stampft oder tanzend durch die Wohnung lauft und alle Gefühle gemeinsam ausagiert.
  • So, wie du siehst bzw. hörst, habe ich jetzt nicht 5 Tipps genannt, sondern, wenn ich mal richtig zähle, 12 Tipps. Haha. Weil du es bist.
  • Ich hoffe, ich konnte Dir hilfreiche Unterstützung geben, um Dein Kind durch die Autonomiephase und in seiner Autonomieentwicklung zu begleiten.
  • Wie bist du mit Wutanfällen deines Kindes umgegangen? Wie hast Du bei schwierigen Situationen in der Öffentlichkeit reagiert? Ich freue mich wie immer auf deine Erfahrungen, dein Feedback und deine Kommentare.


Deine Annika

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

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