August 31, 2020

Plötzlich zu Dritt: Was ändert sich mit Ankunft eines Babys?

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Alles! 

Mit der Geburt deines Babys ändert sich einfach alles. Man kann sich vorher alles so schön ausmalen. Doch wenn man ehrlich ist, kommt doch alles ganz anders als man denkt. Wie heißt es so schön? 

“Life is what’s happening, while you are busy making other plans.” Wenn ein Baby geboren wird, verändert sich dein Alltag, deine Partnerschaft, dein Körper, deine Ernährung, deine Freundschaften. Ihr werdet in einen Prozess katapultiert, der es notwendig macht, sich komplett neu anzupassen und neu zu erfinden. 

Idealbilder machen Druck! 

Kennenlernen, verliebt, verlobt, verheiratet - zack, das geplante Kind ist natürlich pünktlich auf dem Weg und wird mit einer sanften, nahezu schmerz- und natürlich interventionsfreien Geburt empfangen. Das pflegeleichte, nie quengelnde Baby macht das Glück komplett und aus liebenden Paaren werden noch liebevollere, gelassene, humorvolle Eltern.

Die beste Mutter, der beste Vater zu sein und gleichzeitig liebevolle, leidenschaftliche PartnerInnen und selbstverständlich beruflich erfolgreich - die Liste an Ansprüchen ist lang. Abweichungen vom gesellschaftlich erwünschten Weg werden verschwiegen und als persönliches individuelles Versagen empfunden. Solche Idealvorstellungen erschweren den Prozess, seinen eigenen Weg als Familie zu finden.

40 % der Scheidungen finden im ersten Jahr nach der Geburt statt! 

Beziehungskrisen nach der Geburt im ersten Lebensjahr des Kindes sind eher die Regel, als die Ausnahme. Alle Paare befinden sich in diesen Anpassungsprozessen vom Übergang vom Paar zur Familie, doch nicht allen Paaren gelingen diese Anpassungen einfach so. Es hilft zu erkennen, dass es anderen Paaren auch so geht und dass es zur natürlichen Entwicklung gehört, sich neu zu organisieren. Rollen müssen neu gefunden und verteilt, angenommen und hinterfragt werden. 

Zusätzlich zu der Neuorganisation kommen weitere Gefühle hinzu. Kränkungen, Enttäuschungen und unerfüllte Erwartungshaltungen an den jeweils anderen. Die körperlichen Bedürfnisse nach Nähe sind bei der Frau meist durch die vollständige Abhängigkeit des Babys bereits zur Genüge gestillt und der*die Partner*in fühlt sich abgelehnt. Ausgeschlossen aus der symbiotischen Beziehung zwischen Mama und Baby.

Heutzutage findet sich noch immer der Mann plötzlich in der Rolle des Alleinverdieners wieder, des Ernährers. Das bringt ebenfalls großen Druck und große Verantwortung mit sich. Die Frauen befinden sich häufig plötzlich in einer wirtschaftlichen Abhängigkeit, haben ihre beruflichen Positionen aufgegeben. Nicht alle Mütter gehen voll im “Mutter-Sein” auf, die Anerkennung fehlt, das Gefühl, sich auch mal mit anderen Dingen als dem Mutter-Sein zu beschäftigen, kann zu Unzufriedenheiten führen. Manchmal empfinden die Väter auch noch große Schuldgefühle gegenüber den Müttern ihrer Kinder. Diese entstehen zum Beispiel durch die eigenen Ohnmachtsgefühle unter der Geburt. Das Gefühl, die Schmerzen nicht abnehmen zu können.

Kinder als mögliche Auslöser von Beziehungskrisen

Überhöhte Ansprüche an sich selbst, hohe Erwartungen an den*die Partner*in, wenig Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse des jeweils anderen, können Gründe für große Krisen in der Beziehung und Partnerschaft sein. Kinder sind meist nicht die Ursache, sondern der Auslöser von bereits vorher bestehenden Unstimmigkeiten. Dazu kommen noch weniger Zärtlichkeiten im Alltag und kein Raum für Gespräche. Denn zwischen Schlafmangel, Babygeschrei und Erschöpfungszuständen bleibt keine Kraft für tiefgründigen Austausch. Auch gemeinsame Unternehmungen nur zu zweit sind manchmal im ersten Lebensjahr einfach noch nicht möglich oder auch nicht gewollt. Die Aufmerksamkeit füreinander wird weniger und es kommen neue Beziehungsdimensionen hinzu: Zu Mann-Frau gesellen sich die Dimensionen Vater-Mutter, Mutter-Kind, Vater-Kind. Häufig beschreiben Paare das als “Auseinanderleben”.

Bereitet euch auf die neue Situation als Familie vor!

Es soll keine Schwarzmalerei sein. Doch noch immer machen sich im Vorfeld zu wenige Paare wirklich bewusst, was es bedeutet, ein Baby zu bekommen. Es werden seitenlange Rezensionen für Kinderwagen gelesen und stundenlang miteinander verglichen, diskutiert und abgewogen, welche Farbe die Wand im Kinderzimmer bekommen soll, doch über die wirklichen Veränderungen, was macht das mit uns als Paar und was brauchen wir, um als Paar weiterhin gut zu funktionieren, wird sich häufig wenig vorbereitet. Es sagt einem ja auch meist niemand, dass das erste Lebensjahr mit Baby ein Paar ganz schön auf die Probe stellt.

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7 Tipps, um sich als Paar nicht aus den Augen zu verlieren 

Es wird immer mal wieder Phasen im Leben geben, in denen es stressig wird. Eine Zeit lang könnt Ihr das als Paar auch aushalten und beide beißen die Zähne zusammen, wenn ein Ende in Sicht ist. Zum Beispiel, wenn Doppelbelastungen entstehen wie Eingewöhnung, Job-Start/-Wechsel, Umzug, etc. Doch es ist wichtig, sich dann wiederzufinden. 

Bei verhärteten Konflikten hilft es, sich gemeinsam daran zu erinnern: Was sind unsere gemeinsamen Stärken als Paar? Wie haben wir früher Schwierigkeiten gemeistert? Was brauchen wir, um Eltern zu werden und Paar zu bleiben? Sprecht über eure Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen. 

Mit den folgenden 7 Tipps könnt ihr an eurer Beziehung als Paar in der neuen Situation als Familie arbeiten und geht am Ende sogar gestärkt daraus hervor.

Tipp 1: Paarzeit

Plant euch Paarzeit ein. Im Kalender. Das muss nicht unbedingt Ausgehen sein, aber versucht, mindestens einmal die Woche ein echtes Gespräch darüber zu führen, wie es euch geht. 

Tipp 2: Seht das Licht am Ende des Tunnels

Euer Baby wird größer und selbstständiger werden. Macht euch bewusst, dass es eine “Phase” ist. Auch wenn Du das in Bezug auf die Entwicklung des Kindes häufig nicht mehr hören kannst, es trifft auch auf euer Leben zu. Auch das erste Lebensjahr geht schneller vorbei, als ihr denkt und bald habt ihr automatisch wieder mehr Zeit für euch. 

Tipp 3: Stärkt das Verständnis füreinander

Stärkt euer Verständnis füreinander. Falsche und häufig idealisierte Vorstellungen vom Alltag des jeweils Anderen birgt riesiges Potential für Konflikte. Der- oder diejenige, der*die zuhause ist, wird nicht den ganzen Tag nur mit dem Baby kuscheln und wenn es schläft, ebenfalls schlafen. Der- oder diejenige, der*die arbeiten geht, hat nicht den ganzen Tag nur fancy Meetings und nette Lunchdates. 

Tipp 4: Teilt euch die Zeiten auf

Sprecht über eure Zeitverteilung. Damit ist alles gemeint: Arbeit, Baby, Haushalt, Hobbys, Zeit zu zweit, Zeit allein. Versucht konstruktiv, für beide eine tragfähige Lösung zu finden.

Tipp 5: Bewahrt euch eigene Hobbies

Versucht, dass jede*r einzeln*e von euch auch Zeiten für eigene Hobbys und Aktivitäten hat. Dieser Freiraum ist ein wichtiger Ausgleich, um auch entspannter auf stressige Situationen reagieren zu können.

Tipp 6: Tut euch etwas Gutes

Schenkt euch kleine Freuden im Alltag. Tut euch gegenseitig zwischendurch etwas Gutes. Damit meine ich kleine gegenseitige Aufmerksamkeiten wie z.B. eine liebevolle Botschaft am Spiegel, bevor man das Haus verlässt. Oder du weißt ganz genau, dass dein*e Partner*in gerne xyz isst und du bringst es auf dem Nachhauseweg mit. 

Tipp 7: Gemeinsame Rituale

Schafft euch gemeinsame Rituale. Rituale geben nicht nur euren Kindern Sicherheit, sondern auch euch als Paar. Sie schaffen Verbindlichkeit und erinnern daran, was ihr gemeinsam an euch habt. 

Wie seid Ihr als Paar mit der neuen Situation umgegangen? Oder falls Du selbst noch keine Kinder hast, welche Herausforderungen für euch als Paar und für eure Beziehung erwartest Du?

Hinterlasse mir gern ein Kommentar.

Deine Annika

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

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