Dezember 20, 2021

Wie dein Kind (wieder) alleine spielt

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Ich hatte euch gefragt, worüber ich denn nun nochmal sprechen soll im Podcast und folgende Frage kam: Wie bringe ich mein Kind dazu, auch mal alleine zu spielen bzw. sich zu beschäftigen.

Eine Frage, die bestimmt viele Eltern beschäftigt, denn überall liest man ja, wie wichtig spielen ist. Und vor allem ist es nicht nur für das Kind wichtig, sich ins Spiel vertiefen zu können, sondern auch für die Eltern: Denn was gibt es schöneres, als zu merken, dass das Kind völlig in einer Fantasiewelt versunken ist, völlig in sich ruht und vertieft spielt?! Aber vielleicht scheint dein Kind NUR mit Dir spielen zu wollen und zu können...Ganz schön anstrengend oder?!

In dieser Podcastfolge erfährst du, warum allein spielen für dein Kind wichtig ist und wie du es dabei gut begleitest.

Das erfährst du in dieser Podcastfolge

  • Warum selbstständiges Spiel wichtig für dein Kind ist
  • Was sind die Hintergründe, dass du als Elternteil besorgt bist, wenn dein Kind nicht selbstständig spielt
  • Wie kannst du freies Spiel fördern
  • Wie solltest du dich als Elternteil verhalten
  • Wie kannst du die Kreativität deines Kindes zum Spielen anregen

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Inhalt

  • Ich hatte euch gefragt, worüber ich denn nun nochmal sprechen soll im Podcast und folgende Frage kam: Wie bringe ich mein Kind dazu, auch mal alleine zu spielen bzw. sich zu beschäftigen.
  • Eine Frage, die bestimmt viele Eltern beschäftigt, denn überall liest man ja, wie wichtig spielen ist.
  • Und vor allem ist es nicht nur für das Kind wichtig, sich ins Spiel vertiefen zu können, sondern auch für die Eltern: Denn was gibt es schöneres, als zu merken, dass das Kind völlig in einer Fantasiewelt versunken ist, völlig in sich ruht und vertieft spielt?!
  • Denn das sind dann wirklich wichtige Momente für Eltern: Endlich kann man sich auch mal erholen oder Dinge tun, bei denen die Anwesenheit des Kindes einfach ungünstig ist.
  • Manchmal haben wir auch so viel zu tun, dass sich unsere To-Do-Liste vor dem inneren Auge immer weiter verlängert.
  • Wenn dann auch noch das Kind am Rockzipfel hängt und nur mit uns spielen will und sich nicht alleine beschäftigt, dann steigt der innere Stresspegel einfach noch weiter an.
  • Das führt dann dazu, dass es meist keine schönen gemeinsamen Spielsituationen sind, denn: Wenn ich mich selbst nicht voll und ganz auf das Spiel mit meinem Kind einlassen kann, sondern gedanklich schon ganz woanders bin, dann spürt mein Kind das und fordert nur noch mehr “Resonanz” von mir ein.
  • Es spürt den Druck, das “nicht ganz da Sein” von Mama und Papa und fordert noch intensiver den Kontakt. Es zeigt Bindungsverhalten.

Wenn ein Kind nicht viel alleine spielt oder nicht mehr, dann klingeln bei vielen Eltern die Alarmglocken

  • Lasst uns mal kurz darauf gucken, warum spielen wichtig ist für Kinder:
  • Spielen hat eine wahnsinnig wichtige Bedeutung für die Entwicklung deines Kindes!
  • Spielen ist nicht nur ein hoch komplexer Bildungsprozess, sondern laut der UN-Kinderrechtskonvention ein Grundrecht von Kindern. Gleichzeitig ist es aber auch ein inneres Bedürfnis. Spielen ist Lernen, aber spielen ist auch „seelische Reinigung“ und Verarbeitung von Einflüssen und Inputs.
  • Kinder (be)greifen, schauen zu, ahmen nach, überprüfen Gegenstände auf ihre Funktion, probieren mit allen Sinnen. Sie erforschen Gegenstände mit den Augen, Ohren, Händen, Füßen und mit dem Mund. Dabei wird geschüttelt, gedreht, abgelutscht und vieles mehr. 
  • Wenn sie älter werden, schlüpfen sie in andere Rollen, konstruieren mit Bausteinen, Stöckern und Steinen und machen sich die Welt zu eigen.

“Flow” nennt man den Zustand, wenn Kinder in intensives Spiel vertieft sind.

  • Kinder holen sich automatisch das ab, was sie für ihre Entwicklung brauchen, wenn wir ihnen den Raum und die Zeit dafür geben.
  • Der Psychologe Siegbert Warwitz sagt z.B.:  Das „Urbild des Menschen im Flow ist das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet.“
  • Nachvollziehbar, dass alle Eltern das für ihr Kind wollen oder?
  • Und hier ist der Punkt, an dem viele Eltern besorgt sind, deren Kinder wenig alleine spielen:
  • Wieso kommt mein Kind nicht in diesen Spielflow? In diesen tiefen, fast schon meditativen Zustand?
  • Habe ich was falsch gemacht? Habe ich zu häufig eingegriffen, Vorschläge gemacht oder zu viel mitgespielt?
  • Das kann ich natürlich nicht für den Einzelfall sagen, aber was ich sagen kann, sind ein paar Dinge, die das freie Spiel fördern:
    • Wie viel Zeit steht für das Kind für “freies Spiel” zur Verfügung? Habt ihr einen sehr strukturierten Tagesablauf, an dem das Kind vielleicht gar keine Chance hat, ins Freispiel zu kommen? 
    • Wie sieht das Spielzeug aus, das deinem Kind zur Verfügung steht? Freies Spiel wird gefördert durch Materialien, die wenig Vorgabe in ihrer Funktion haben. Das fördert Kreativität und Vorstellungskraft. Ein Beispiel: Ein Stock ist ein mega Spielzeug, denn er kann alles sein: Er kann eine Schlange sein, um die wir gefährlich herumschleichen müssen. Er kann ein Kochlöffel sein. Er kann ein Schwert sein, mit dem wir kämpfen. Er kann so viel sein. Ein Spielzeug-Schwert aus Kunststoff ist auch beim 3.Mal hinsehen immer noch ein Schwert.
    • Wie verhalte ich mich selbst im Spiel? Wichtig ist, dass ich nicht zu sehr eingreife und Vorschläge mache, sondern dass ich mich vom Kind leiten lasse. Vielen Kindern hilft es, ins Spiel einzutauchen, wenn sie sich von der erwachsenen Person, die dabei sitzt, gesehen fühlen. Das gelingt z.B. in dem die erwachsene Person sich dazu setzt und sich komplett leiten lässt und das einzige, was sie tut, ist die Initiative des Kindes abzuwarten und zu benennen, was das Kind tut. Ich benenne meine Gedanken, was das Kind wohl gerade denkt oder fühlt und dadurch bekommt das Kind ein positives Bild von sich selbst und seiner Selbstwirksamkeit. Es wird von seinen Bezugspersonen wahrgenommen und so wird die Kreativität angeregt. Diese Vorgehensweise kommt von Maria Aarts, der Begründerin der Marte Meo Methode.
  • So kann es gelingen, dass das Kind immer mehr Sicherheit im Spiel bekommt und wir uns langsam immer mehr rausziehen können.
  • Apropros Sicherheit: Vielleicht ist es ja auch so, dass dein Kind eigentlich schon gut alleine spielen konnte und plötzlich nicht mehr bzw. plötzlich braucht es dich wieder total viel.

Es kann immer mal wieder Phasen im Leben geben, in denen dein Kind sich dadurch Sicherheit abholt, indem es dich beim Spiel einfordert

  • Es ist das aktive Bindungssystem, das sich hier meldet. Wenn du dich beim gemeinsamen Spiel zu früh rausziehst oder heimlich o.ä. dann kann es passieren, dass das Bindungssystem deines Kindes immer wieder anspringt. 
  • Und dann kommt ihr natürlich in so eine Schleife: Du setzt dich zu deinem Kind (im Nacken tausend Aufgaben, die du machen willst). Dein Kind vertieft sich mit deiner Sicherheit ins Spiel, du denkst, alles klar, ich zieh mich heimlich zurück und zack Bindungssystem an, wo sind Mama und Papa, ich geh mal schnell suchen!
  • Hier kann es z.B. helfen, erstmal ganz viel Sicherheit zu geben und zu akzeptieren, dass dich dein Kind gerade mehr braucht beim Spiel.
  • Nimm dir den Druck raus, dass du ganz viel mitspielen musst, sondern überlass deinem Kind die Leitung und sei einfach beobachtend und beschreibend dabei.
  • Und nach und nach kannst du beginnen, dich etwas rauszuziehen. Vielleicht sagst du deinem Kind sowas wie: Ich gehe mal eben zur Toilette und komme dann wieder. Also eine bekannte Tätigkeit, von der dein Kind weiß, wie sie aussieht und dass sie nicht lange dauert. Zeige immer wieder Präsenz, sodass dein Kind sich gesehen fühlt.
  • Überprüfe auch mal, ob dein Kind dich wirklich braucht, indem du mitspielst oder ob es einfach gerne in deiner Nähe ist. Vielleicht ist es ja auch schon zufrieden, wenn du nur mit einer Tasse Kaffee dabei sitzt oder ein Buch liest und es spielt neben dir?

Manche Kinder sind einfach nicht gerne alleine, sondern in Gemeinschaft, so wie das bei uns Erwachsenen auch der Fall ist

  • Ich habe ja vorhin angesprochen, dass bei vielen Eltern gleich die Alarmglocken klingeln, wenn das Kind nicht gern alleine spielt und sich nicht allein vertieft.
  • Je nach Alter kannst du natürlich auch mit deinem Kind darüber sprechen, dass du auch Zeit für dich brauchst. Wenn wir selbst früh anfangen, unsere Bedürfnisse unseren Kindern gegenüber zu kommunizieren, dann lernen sie auch früh, für sich einzustehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen.
  • Du könntest vielleicht sowas sagen: Du möchtest gerne, dass ich mit dir spiele. Mir macht das auch Spaß mit dir zu spielen. Gleichzeitig brauche ich auch Zeit für mich allein. Hast du eine Idee, wie wir das schaffen können?

Wie du den Einstieg ins Spiel gestalten kannst

  • Wenn dein Kind keine Idee hat, wie es den Einstieg ins Spiel findet, kannst du auch hier schrittweise vorgehen.
  • Vielleicht hat es gerade ein besonderes Interesse, z.B. an Tieren im Wald.
  • Du könntest vorschlagen, einen Wald zu erschaffen. Schau mal, was dein Kind macht. Wenn es gar nicht weiß, wie es vorgehen soll, machst du den Anfang, indem du dir einen Klotz oder ein Tier nimmst o.ä. Dein Kind beobachtet dich vielleicht und bei einer kleinen Initiative bestärkst du dein Kind
  • Vielleicht wird es beim nächsten Mal schon selbst den ersten Schritt machen. Und dann geht es wieder ums Abwarten, Benennen und Folgen!

Die wichtigsten Punkte die du nach dieser Folge mitnehmen solltest

  • Manche Kinder sind einfach nicht gern allein, ergo spielen sie auch nicht gern allein.
  • Überprüfe, mal wann dein Kind Zeiten hat für das freie Spiel und schau auf euren Tagesablauf.
  • Was für Materialien habt ihr? Regen sie zum kreativen Spiel und die Fantasie an?
  • Langeweile kann wertvoll sein! Wenn dein Kind gelegentlich der “langen Weile” ausgesetzt ist, können wunderbare Ideen daraus entstehen.
  • Vielleicht musst du nicht richtig MIT spielen, sondern dein Kind möchte von dir gesehen werden: Abwarten, Benennen und folgen der Initiativen des Kindes.

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

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