August 2, 2021

Mein Kind quengelt ohne Grund! Was hinter dem “grundlosen” Quengeln deines Kindes steckt

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Vielleicht kennst du das auch: Dein Kind hat eigentlich alles, damit es ihm gut gehen könnte. Es ist satt, hat genügend Bewegung. Ihr spielt viel, kuschelt viel, in der Kita gefällt es dem Kind - sofern es schon geht- auch ganz gut. 

Und trotzdem quengelt es ohne Grund. Euch begleitet eine Unzufriedenheit durch den Alltag. Diese Unzufriedenheit lässt sich irgendwie nicht so richtig auf einen Schub zurückführen und dein Kind weint beim Einschlafen, beim Aufwachen, bricht wegen jeder noch so - für dich - kleinen Sache in Tränen aus.

Dieses grundlose Quengeln zehrt an den Nerven, denn mal ehrlich: Es hat doch alles! Es könnte doch so schön sein! Oder?

Das erfährst du in dieser Podcastfolge:

  • Gründe für das Quengeln deines Kleinkindes
  • Was macht es mir dir, wenn dein Kind ständig scheinbar grundlos quengelt
  • 5 Schritte wie du auf das Quengeln deines Kindes reagieren kannst

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Inhalt:

Erkennst du dich bzw. euch auch darin wieder?

Die Situation, wenn dein Kind, scheinbar ohne Grund, ständig quengelt ist wirklich nicht einfach. Du als Elternteil reibst dich anfangs total auf und bemühst dich, mögliche Frustrationen gering zu halten und die Wut zu begleiten. Doch irgendwann ist es auch für dich einfach nur noch anstrengend. Du kannst dann auch nicht mehr ruhig bleiben und wünschst dir innerlich einfach nur den Moment der Ruhe. 

Oder du wünschst dir, dass ihr einfach einen schönen Ausflug verbringen könnt, denn im Prinzip wäre alles schön - wenn da nicht diese starken Gefühle des Kindes wären, die das Ganze “irgendwie kaputt” machen. 

Das hört sich jetzt alles ziemlich hart an - ich spreche es so deutlich aus, damit DU als Mama oder Papa dich verstanden fühlst. Es ist einfach super anstrengend, wenn man den Grund nicht findet. 

Das verleitet schnell dazu, zu sagen:

Mein Kind quengelt ohne Grund!

Doch nur, weil Du oder Ich oder jemand anderes den Grund gerade nicht sieht, heißt es nicht, dass es keinen gibt. Die Wahrheit ist, dass es immer einen guten Grund für ein Verhalten gibt. Auch wenn wir das manchmal nicht erkennen.

Was könnten denn mögliche Gründe sein?

Grund 1: Das Kind befindet sich vor einem, mitten in einem oder kurz nach einem Entwicklungsschub. Du wirst jetzt vielleicht entgeistert lächeln, dann das ist natürlich immer der Fall. Doch wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, WIE unheimlich anstrengend es für unsere Kinder ist, wenn sich in den ersten Lebensjahren das Gehirn so unglaublich weiter entwickelt.

Grund 2: Dein Kind braucht gerade eine Extra-Portion Nähe und Zuwendung für seine Entwicklung und sein Wohlbefinden. Und vielleicht spürst Du mal in dich hinein: Kannst du das gerade geben oder bist du durch die vielen Quengel-Situationen schon sehr gerädert? So dass du eigentlich stets minimale Abweisungen verteilst, die dir vielleicht gar nicht so schlimm vorkommen? (Typisch dafür sind “Nein, jetzt nicht”, “Warte kurz”, “Ich mache erst das” - “Sei kurz leise”). Das sind alles keine “schlimmen Sätze” und natürlich hast du absolut das Recht, da deine Grenzen zu stecken!!! Es kann jedoch sein, dass es Phasen im Leben deines Kindes gibt, wo diese Sätze - gehäuft - zu Verunsicherung führen. Dann wird möglicherweise das Verhalten deines Kindes nur noch stärker, denn es braucht dich einfach unheimlich doll gerade.

Grund 3: Du hast möglicherweise ein sehr gefühlsstarkes Kind. Alle Gefühle - sowohl die angenehmen als auch die eher unangenehmen - werden von deinem Kind in Dir vorher nicht bekannter Intensität ausgelebt. Das ist atemberaubend schön - aber genauso atemberaubend anstrengend.

Grund 4: Körperliche Bedürfnisse sind nicht erfüllt: Vielleicht erlebt dein Kind gerade einen Wachstumsschub und hat einfach mehr Hunger als sonst. Oder es ist besonders müde. Und vielleicht kann es das auch einfach noch nicht in Worte ausdrücken und du fragst dich, wieso es so quengelig ist, schließlich ist doch alles wie immer. Wir kennen das doch von uns selbst auch “Irgendwie bin ich heute so müde - besonders hungrig - mega durstig”...

Grund 5: Beobachte mal den Tagesablauf deines “ständig ohne Grund quengelnden Kindes”: Gibt es gerade äußerliche Rahmenbedingungen, Veränderungen, Umbrüche? Es kann sein, dass sie dir minimal vorkommen und für dein Kind trotzdem sehr herausfordernd sind. 

Nachdem wir nun mögliche Gründe geklärt haben, stellen sich dir bestimmt noch weitere Fragen. 

Warum muss es denn immer so ein quengeliger Tonfall sein? 

Dein Kind hat in den letzten Monaten gelernt, dass du reagierst, wenn es diesen Tonfall verwendet. Das ist nichts negatives, sondern sehr klug: Es hat die Erfahrung gemacht, dass du (zum Beispiel während des ersten Lebensjahres, als es ein Baby war) sehr liebevoll und fürsorglich auf Weinen reagiert hast. Auf Wut bekommen viele Kinder auf Dauer meist nicht so eine liebevolle Reaktion.

Es fühlt sich also zum Beispiel durch oben genannte Gründe hilflos, missmutig und unbehaglich. Es reißt sich am Riemen, um keinem Gefühlssturm zu erliegen und versucht unbewusst mit dem quengeligen Ton, dich um Unterstützung und Hilfe zu bitten. Doch wenn diese Strategie sich im Alltag verfestigt, dann zehrt es - verständlicherweise - an euren Nerven!

Auch wenn es dir so vorkommt, als gäbe es keinen Grund oder als würde das Quengeln völlig aus dem Nichts kommen: Wahrscheinlicher ist es, dass du im eigenen stressigen Alltag vielleicht Faktoren übersehen hast.

Was kannst du also tun?

1. Schritt: Radikale Akzeptanz 

Das schwierigste am Eltern-Sein ist Radikale Akzeptanz. Nicht immer erkennen wir die Vorzeichen und Gründe. Dann hilft es, einfach nur den Moment anzunehmen, weil es sich gerade eh nicht ändern lässt. 

2. Schritt: Reflektion deines Alltags

Jetzt geht es darum, euren Alltag zu reflektieren: Wo gibt es Umbrüche? Wo sind Stressmomente? Wo können zusätzliche Ruhephasen oder können intensive “Auftank-Momente” eingeplant werden?

3. Schritt: Plant "Nesttage

Diesen Tipp habe ich bei Susanne Mierau gelesen und finde ihn ganz wunderbar. Unser Alltag und besonders unser Wochenende ist häufig davon geprägt, jetzt ganz besondere Familienzeit zu verbringen, mit besonderen Ausflügen. Wieso plant ihr nicht einfach mal einen oder mehrere “Nesttage”?

4. Schritt: Emotionen begleiten

Dazu gehört nicht nur die Wut bei Wutanfällen, sondern jede Art von Emotionen. Du musst nicht jedes Problem deines Kindes lösen. Aber die Gefühle mitfühlend begleiten. Wie du Emotionen begleiten kannst, liest du hier in den Tipps am Ende dieses Artikels

5. Schritt: Spanne dein Umfeld ein

Emotionen begleiten ist anstrengend!!! Emotionsarbeit ist harte Arbeit. Es berührt uns in unseren tiefsten Schichten und rüttelt manchmal an unseren Grundfesten. Ich möchte, dass du dir keinen zusätzlichen Druck machst, jede Emotion besonders empathisch und mitfühlend zu begleiten, wenn du selbst total ausgelaugt bist. Deine Hausaufgabe ist, für dich zu sorgen und jemanden einzuspannen, um dich zu entlasten: Partner:in, Pat:innen, Kita, Spielgruppe, Babysitter:in, Familienentlastende Dienste, Großeltern oder zur Not auch mal ganz unkonventionell das Tablet / der Fernseher.

Wenn dein Kind schon älter ist, kannst du den Tonfall auch ansprechen: "Wenn du so weinerlich redest, kann ich dich nicht so gut verstehen und werde ungeduldig. Ich möchte, dass du mir mit ganz normaler Sprache sagst, was du brauchst. Dann kann ich dir besser helfen" (das könnte ein Beispielsatz sein, den du gerne auf eure Familie anpassen kannst).

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen Überblick geben, was es mit dem ständigen “Quengeln ohne Grund” so auf sich haben könnte und dein Verständnis für dein Kind stärken. 

Falls du Schwierigkeiten damit hast oder dich selbst total ausgelaugt fühlst, zögere bitte nicht, dir Hilfe zu holen! Das kann auch in Form einer Beratung geschehen. 

Melde dich gerne, wenn du Unterstützung brauchst.

Deine Annika

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Hi, ich bin Annika, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Spezialistin für die Beratung von Familien. Ich zeige dir, wie du dein Kind friedlich und bedürfnisorientiert durch die Autonomieentwicklung ("Trotzphase") begleitest.

Bedürfnisorientiert. Selbstbestimmt. Ganzheitlich.

Du bekommst hier und auf meinem Instagram Kanal @deine_familienbande jede Menge wertvolles Knowhow und Impulse für deinen Alltag